MeshCore Repeater einrichten

Ein Repeater erweitert das österreichische Mesh-Netz: Er empfängt Pakete und sendet sie weiter, sodass mehr Funkstrecken überbrückt werden. Diese Anleitung beschreibt, wie du selbst einen Repeater aufstellst.

1 — Hardware wählen

Für stationäre Repeater eignen sich Boards mit niedrigem Stromverbrauch und guter HF-Performance: Heltec LoRa V3, RAK4631 (auf RAK19007-Basisplatine). Eine externe Antenne (mind. 3 dBi Stab oder Yagi für Punkt-zu-Punkt) ist Pflicht — ohne externe Antenne reicht ein Repeater kaum weiter als ein Companion. Details in der Hardware-Übersicht.

2 — Firmware flashen

Die schnellste Variante ist unser WiFi-Flasher oder der offizielle Flasher. Für Repeater die Repeater-Firmware wählen (nicht Companion). Beim Flashen das Board per USB anschließen; nötig ist ein Browser mit WebSerial (Chrome, Edge oder Firefox ab Version 151).

3 — Konfiguration

Repeater haben kein Bluetooth. Konfiguriert wird per USB (Konsole im Flasher oder config.meshcore.io) oder später aus der Ferne über Funk mit der App (Admin-Login). Die Mindest-Einstellungen:

  • Funkparameter: Preset EU/UK (Narrow) — 869,618 MHz, 62,5 kHz Bandbreite, SF8, CR8: set radio 869.618,62.5,8,8. Das Preset liegt vollständig im Teilband 869,4–869,65 MHz.
  • Sendeleistung: set tx 22 (≈ 158 mW) bei Boards ohne eigene Endstufe (z. B. Heltec V3, RAK4631, T-Beam). Boards mit eingebauter Endstufe (z. B. Heltec V4, Station G2, T-Beam 1W) verstärken den eingestellten Wert — dort den Werkswert belassen, sonst wird der Grenzwert überschritten oder die Endstufe beschädigt. Zulässig sind in diesem Teilband 500 mW e.r.p. inklusive Antennengewinn — bei Antennen mit hohem Gewinn (> 6 dBi) die Sendeleistung reduzieren.
  • Sendezeitanteil: max. 10 % pro Stunde: set dutycycle 10 (Firmware vor v1.15.0: set af 9).
  • Name: nach dem Schema AT-BEZIRK-NAME, z. B. AT-W19-Kahlenberg (siehe Node-Benennung)

4 — Standort wählen

Der Standort entscheidet 90 % der Reichweite. Faustregeln:

  • Möglichst hoch (Dachboden, Hügel, Berg) und mit freier Sicht in mehrere Richtungen
  • Antenne vertikal montieren, nicht in Metall einpacken
  • Mindestabstand 50 cm zu großen Metallflächen (Dach, Lüftung)
  • Bei Yagi-Antennen: in Richtung Lücke im Netz ausrichten — die Live-Karte zeigt, wo Nodes fehlen

5 — Stromversorgung

Drei Varianten haben sich bewährt:

  • Netz: einfach, aber bei Stromausfall offline — perfekt zum Testen
  • Akku + Solar: ein 6-W-Solarpanel mit 5–10 Ah LiFePO4-Akku trägt einen Repeater autonom durchs Jahr (Verbrauch ca. 30–60 mA Dauer-RX)
  • USB-Powerbank mit Solar: Bastel-Variante, weniger zuverlässig im Winter

6 — Eintragen ins Netz

Nach dem Aufstellen sendet dein Repeater automatisch Adverts. Damit er auf der Live-Karte erscheint, lädst du ihn einmal in der App hoch: Kontaktliste → ⋮ neben dem Repeater → Share → Upload to Internet Map. Melde dich gerne im Telegram-Chat — andere Operator helfen bei Antennenwahl, Standortabstimmung und Diagnose.